Warum es immer mehr Quallen gibt

Die Zahl der Quallen in europäischen Gewässern nimmt zu – und das hat Gründe, die tief im menschlichen Handeln liegen. Eine der Hauptursachen ist der Klimawandel. Die steigende Wassertemperatur der Meere begünstigt die Ausbreitung von Quallen, denn wärmeres Wasser fördert ihre Fortpflanzung und Entwicklung. Wo früher kühlere Temperaturen herrschten, finden sie heute ideale Lebensbedingungen vor.

Doch nicht nur das Klima spielt eine Rolle. Auch die Überfischung der Meere trägt dazu bei, dass sich Quallen immer stärker ausbreiten. Viele Fischarten, die normalerweise Quallen fressen – wie etwa Thunfische oder bestimmte Schildkröten – werden heute stark bejagt. Wenn diese natürlichen Fressfeinde fehlen, haben Quallen kaum Konkurrenz und können sich nahezu ungehindert vermehren.

Hinzu kommt die zunehmende Umweltverschmutzung. Plastikmüll, Nährstoffe aus der Landwirtschaft und andere Schadstoffe verändern das ökologische Gleichgewicht im Meer. Diese Belastungen schaden vielen empfindlichen Arten – nicht aber den Quallen. Im Gegenteil: Sie profitieren oft von den veränderten Bedingungen, da sie anpassungsfähiger sind als andere Organismen.

So entstehen sogenannte Quallenblüten – Massenauftreten, die nicht nur Badegästen Probleme bereiten, sondern auch ein Zeichen für ein gestörtes Meerökosystem sind. Wenn sich nichts ändert, könnte der Anblick von kilometerlangen Quallenschwaden an Küsten bald zur traurigen Normalität werden.

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