Die Wikinger und der Hanf: Ein rätselhaftes Berauschungsmittel

Die Vorstellung von rauhen Nordmännern und Schildmaiden ist fest in unserer Kultur verankert, doch ein Detail ihrer Geschichte überrascht viele: der Umgang mit Cannabis. Archäologische Funde belegen eindeutig, dass Hanfsamen eine erstaunliche Bedeutung im Leben der Wikinger hatten. Bei Ausgrabungen stießen Forscher immer wieder auf diese Samen, die keineswegs beiläufig platziert wurden. Sie lagen als wertvolle Grabgaben direkt neben Waffen, Schmuck und kostbaren Alltagsgegenständen.

Wie genau die Menschen der Wikingerzeit die Pflanze konsumierten, bleibt bis heute ein faszinierendes Rätsel. Ob sie die Blüten rauchten, in Speisen einkochten oder daraus gebackene Spezialitäten herstellten, ist wissenschaftlich nicht abschließend geklärt. Sicher ist jedoch, dass Hanf nicht nur als Rohstoff für robuste Seile und Textilien diente, sondern auch eine tiefe spirituelle Ebene besaß.

Experten gehen davon aus, dass der Verzehr oder das Inhalieren von Cannabis vor allem in den Ritualen der Schamaninnen, den sogenannten Völven, eine zentrale Rolle spielte. Diese seherisch begabten Frauen nutzten berauschende Substanzen vermutlich, um in Trance zu geraten und mit den Göttern oder Geistern in Kontakt zu treten. Der Rausch war somit kein bloßer Zeitvertreib, sondern ein heiliges Werkzeug der nordischen Mystik.

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