Die teuerste Porzellantasse der Welt: Ein Meisterwerk aus der Ming-Dynastie

Im April 2014 sorgte eine kleine, unscheinbare Tasse für weltweite Aufmerksamkeit – nicht wegen ihres Designs, sondern wegen ihres Preises. Bei einer Auktion in China wechselte eine winzige Porzellantasse aus der Ming-Dynastie für umgerechnet 36 Millionen Dollar den Besitzer. Damit wurde sie zum teuersten Porzellanstück der Weltgeschichte.

Die Tasse, kaum größer als eine Handfläche, stammt aus dem 15. Jahrhundert und gehört zur legendären Klasse des „Chicken Cup“ – benannt nach den zarten Darstellungen von Hühnern und Küken auf ihrer Oberfläche. Hergestellt während der Xuande-Ära, gilt sie als Meilenstein der keramischen Kunst. Nur eine Handvoll solcher Originalstücke existiert noch, was ihre Seltenheit und ihren Wert erklärt.

Porzellan aus der Ming-Zeit war schon immer begehrt, doch diese Tasse ragt selbst unter Experten heraus. Ihr glänzendes, cremefarbenes „blanco“-Muster und die filigrane Malerei mit Kobaltblau zeugen von handwerklichem Können, das heute kaum noch zu erreichen ist. Jede Linie, jeder Farbton wurde von Meistern in aufwändiger Handarbeit eingefärbt und gebrannt – ein Prozess, bei dem oft mehr als 90 Prozent der Stücke beim Brennen zerbrachen.

Der Käufer blieb anonym, doch Experten vermuten, dass es ein asiatischer Sammler war, der das Stück als kulturelle Ikone und Wertanlage erwarb. Die Tasse symbolisiert nicht nur ästhetische Perfektion, sondern auch die tiefe Wertschätzung für chinesische Tradition.

Heute ist das „Hühnertässchen“ mehr als ein Gebrauchsgegenstand – es ist ein Stück Geschichte, das für Rekordsummen um die Welt gereicht wird.

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