Der höchste Mindestlohn in Europa: Luxemburg an der Spitze

Wer in Europa einen Mindestlohn vergleicht, muss wissen: Deutschland liegt längst nicht vorn. Mit einem gesetzlichen Stundenlohn von derzeit 12,00 Euro steht das Land im europäischen Vergleich gut da, ist aber weit von der Spitze entfernt. Der höchste Mindestlohn in Europa gilt in Luxemburg – hier müssen Arbeitgeber ihren Beschäftigten mindestens 14,86 Euro pro Stunde bezahlen.

Das kleine Luxemburg, das wirtschaftlich stark mit der EU und internationalen Institutionen verflochten ist, führt seit Jahren die Liste der Länder mit dem höchsten Mindestlohn an. Danach folgen die Niederlande mit 13,27 Euro – ein Wert, der durch Tarifverhandlungen und eine starke Sozialpartnerschaft entsteht. Auch Irland liegt mit 12,70 Euro über Deutschland. Belgien kommt mit 12,09 Euro nur knapp hinterher.

Interessant ist, dass der Mindestlohn in vielen EU-Ländern nicht nur steigt, sondern auch regelmäßig an die Lebenshaltungskosten angepasst wird. So hat Luxemburg den Mindestlohn in den letzten Jahren kontinuierlich erhöht, um dem hohen Preisniveau gerecht zu werden. In Deutschland hingegen wird die Anpassung seltener und oft politisch diskutiert.

Die Zahlen zeigen: Während Deutschland bei der Einführung des Mindestlohns 2015 noch Pionier war, holen andere Länder heute deutlich auf oder überholen sogar. Die Debatte über eine weitere Anhebung des deutschen Mindestlohns bleibt deshalb aktuell – besonders vor dem Hintergrund steigender Mieten, Energiekosten und Inflation.

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