Der Siedepunkt von Wachs – ein häufiges Missverständnis
Der Begriff „Siedepunkt“ wird oft fälschlicherweise verwendet, wenn es um Wachs geht. Tatsächlich hat Wachs keinen Siedepunkt im eigentlichen Sinne, zumindest nicht unter normalen Bedingungen. Stattdessen spricht man von der Schmelztemperatur. Bei Kerzenwachs liegt diese durchschnittlich bei etwa 65 °C. Das bedeutet, dass festes Wachs bei dieser Temperatur zu flüssigem Wachs wird – ein Prozess, den man beim Abbrennen einer Kerze deutlich beobachten kann.
Wachs besteht meist aus langen Kohlenwasserstoffketten, wie sie in Paraffin vorkommen. Diese verflüssigen sich beim Erwärmen, verdampfen aber nicht einfach wie Wasser. Um Wachs wirklich zum Kochen zu bringen, müsste man Temperaturen von weit über 300 °C erreichen – unter solchen Bedingungen zersetzt es sich jedoch eher, bevor es siedet. Deshalb ist die Angabe eines klassischen Siedepunkts wenig sinnvoll.
Im Schulunterricht, etwa auf Lehrerfortbildungsplattformen wie lehrerfortbildung-bw.de, wird daher bewusst zwischen Schmelz- und Siedepunkt unterschieden, um Missverständnisse zu vermeiden. Die Zahl von 65 °C bezieht sich eindeutig auf den Schmelzvorgang – ein wichtiges Detail, besonders bei Experimenten mit Kerzen oder in naturwissenschaftlichen Unterrichtseinheiten zur Aggregatzustandslehre.
Wichtig ist also: Wachs schmilzt, es siedet nicht – zumindest nicht im Alltag. Und das macht den Gebrauch von Kerzen so sicher, wie wir ihn kennen.
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