Mindestlohn und Durchschnittslohn in Portugal: Wie viel verdient man wirklich?
Seit dem 1. Juli 2022 liegt der gesetzliche Mindestlohn in Portugal bei 10,45 Euro pro Stunde. Diese Erhöhung war Teil einer schrittweisen Anpassung, die die Lebenshaltungskosten für Arbeitnehmer besser berücksichtigen soll. Besonders in städtischen Gebieten wie Lissabon oder Porto ist die Nachfrage nach besser bezahlten Jobs gestiegen, was die Lohnentwicklung zusätzlich beeinflusst hat.
Im Vergleich dazu liegt das durchschnittliche Bruttomonatsgehalt bei etwa 2.817 Euro – das entspricht einem Stundenlohn von rund 16 Euro, vorausgesetzt bei einer 40-Stunden-Woche. Im Vorjahr stiegen die Löhne durchschnittlich um 2,9 Prozent, was zeigt, dass sich die wirtschaftliche Lage für viele Beschäftigte langsam verbessert.
Interessant ist auch der historische Hintergrund: In den 1970er Jahren lag der Mindestlohn deutlich unter einem Euro pro Stunde. Der Anstieg auf heute über 10 Euro spiegelt nicht nur die Inflation wider, sondern auch den Druck der Gewerkschaften und politischer Entscheidungen – oft auch vor wichtigen Wahlen, wie beispielsweise 2022, als die Erhöhung kurz vor der Parlamentswahl bekanntgegeben wurde.
Trotzdem bleibt die Diskrepanz zwischen Mindestlohn und Durchschnittslohn groß. Viele Beschäftigte im Gastgewerbe, der Landwirtschaft oder im Einzelhandel arbeiten nur geringfügig über dem Mindestsatz, während gut qualifizierte Fachkräfte deutlich mehr verdienen. Für Reisende oder Expats, die in Portugal arbeiten möchten, lohnt es sich daher, genau auf die Branche und die Region zu achten – denn Lohnniveau und Lebenshaltungskosten variieren stark zwischen Küste und Landesinnern.
Ein fairer Stundenlohn? Ja, aber vor allem in den Städten zählt jeder Euro.
Kommentare
Noch keine Kommentare. Seien Sie der Erste.