Der Unterschied zwischen Obstler und Grappa
Auf den ersten Blick wirken Obstler und Grappa sehr ähnlich, da es sich bei beiden um traditionelle, hochprozentige Spirituosen handelt. Dennoch unterscheiden sie sich grundlegend in ihrer Herstellung und ihren Rohstoffen.
Ein klassischer Obstbrand (auch Obstler genannt) entsteht direkt aus der Maische vollreifer Früchte. Ob Äpfel, Birnen, Kirschen oder Himbeeren: Das gesamte Fruchtfleisch wird zusammen mit dem Saft vergoren und anschließend destilliert. Das natürliche Aroma der verwendeten Frucht entsteht somit direkt beim Brennvorgang aus der eigentlichen Frucht.
Ein Grappa hingegen ist ein italienischer Tresterbrand. Er wird nicht aus dem saftigen Fruchtfleisch gewonnen, sondern aus dem sogenannten Trester – den festen Pressrückständen der Weinherstellung wie Traubenschalen und Kernen. Wenn Sie im Handel Variationen wie einen „Heidelbeer-Grappa“ finden, handelt es sich um einen Tresterbrand, dem erst nach dem Brennen aromatische Früchte oder Fruchtessenzen beigemischt wurden.
Kurz gesagt: Beim Obstler stammt der Geschmack aus der von Grund auf vergorenen Frucht, während beim aromatisierten Grappa ein Tresterbrand erst im Nachhinein verfeinert wird.
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