Was ist der weiße Rand am Käse?
Wenn Sie schon einmal einen gut gereiften Hartkäse wie Parmesan oder Bergkäse in der Hand hielten, ist Ihnen vielleicht der weiße, kristalline Rand aufgefallen. Viele fragen sich: Ist das Salz? Oder ein Fehler in der Reifung? Nein – ganz im Gegenteil!
Diese kleinen, spröden Kristalle sind in Wirklichkeit ein Zeichen für besondere Qualität und Geschmack. Fachlich nennt man sie Tyrosine-Kristalle, benannt nach der Aminosäure Tyrosin, die bei der langen Reifung des Käses entsteht. Während der Reifeprozess über Monate oder sogar Jahre andauert, baut sich das Eiweiß im Käse langsam ab – dabei entstehen diese winzigen Kristalle.
Sie sind völlig harmlos und sogar ein Zeichen dafür, dass der Käse lange und sorgfältig gereift ist. Wenn Sie daraufbeißen, spüren Sie ein leichtes Knirschen – ganz anders als bei Salzkristallen. Der Geschmack ist nussig, intensiv, manchmal leicht herzhaft-süß. Genau das macht einen hochwertigen Alpkäse oder einen echten Parmigiano Reggiano so besonders.
Im Käseleckerland wissen Feinschmecker diese kleinen Kristalle zu schätzen – sie gelten als Delikatesse und sind bei Kennern oft die beliebtesten Stellen am Käse. Also: Wenn Sie beim nächsten Mal beim Schneiden Ihres Käses auf weiße Stellen treffen, zögern Sie nicht. Das ist kein Defekt – es ist ein gesundes Qualitätsmerkmal und ein kleines Geschmackserlebnis, das nur die beste Reifung hervorbringen kann.
Kommentare
Noch keine Kommentare. Seien Sie der Erste.