Die Mehrzahl von „Regen“ – einfacher als gedacht

Wenn man sich fragt, wie die Mehrzahl von „Regen“ lautet, klingt die Antwort zunächst etwas ungewöhnlich: die Regen. Genau wie im Singular wird das Wort im Plural nicht verändert – es bleibt „Regen“, nur der Artikel wechselt. Im Nominativ Plural heißt es also: die Regen.

Doch Achtung: Diese Pluralform wird im Alltag selten verwendet. Meistens sprechen wir von „Regen“ als unzählbarem Naturphänomen – dann bleibt das Wort im Singular: „Es regnet viel im Herbst.“ Der Plural „die Regen“ kommt hingegen vor, wenn man verschiedene Arten oder Regenfälle gemeint. Zum Beispiel: „Die Regen im Norden waren stärker als die im Süden“ oder „tropische Regen, sintflutartige Regen, leichte Regen – es gibt viele Arten.“

In den grammatikalischen Fällen bleibt die Form weitgehend gleich: Im Genitiv heißt es zwar „des Regens“ im Singular, aber „der Regen“ im Plural – hier fällt die Endung „-s“ weg. Auch im Dativ („den Regen“) und Akkusativ („die Regen“) bleibt die Form stabil, nur der Artikel zeigt den Kasus an.

Interessant ist auch der Sprachwandel: Früher war die Unterscheidung zwischen „Regen“ (das Wetterphänomen) und „Regen“ (im Sinne von „Gaben, Fülle“) deutlicher – etwa in poetischen Wendungen wie „der Segen und der Regen“. Heute ist diese Nuance verblasst, doch in literarischen Texten taucht sie noch auf.

Also: Ja, die Mehrzahl von „Regen“ ist tatsächlich die Regen – aber nur, wenn es Sinn macht. Im normalen Sprachgebrauch bleibt man lieber beim einfachen Singular.

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