Die älteste Bibel der Welt ist online

Der Codex Sinaiticus, die älteste nahezu vollständig erhaltene Bibel-Handschrift, ist seit über 1600 Jahren ein bedeutendes Zeugnis des frühen Christentums. Geschrieben in griechischer Sprache auf Pergament, stammt dieser wertvolle Text aus dem 4. Jahrhundert nach Christus. Lange Zeit war er nur ausgewählten Gelehrten zugänglich – doch das hat sich geändert.

Im Juli 2009 gaben die British Library in London, die Universitätsbibliothek Leipzig, das St. Catherine’s Kloster auf dem Sinai und die Universität von Oxford eine bemerkenswerte Nachricht bekannt: Große Teile des Codex Sinaiticus wurden digitalisiert und stehen seither weltweit im Internet zur Verfügung. Diese gemeinsame Initiative ermöglicht es jedem Interessierten, die alten Seiten mit ihren sorgfältig geschriebenen Buchstaben und den frühen Bibeltexten direkt am Bildschirm zu erkunden.

Der Fundort der Handschrift liegt im legendenumwobenen St. Catherine-Kloster am Sinai, wo der deutsche Theologe Constantin von Tischendorf im 19. Jahrhundert große Teile entdeckte und später nach Leipzig und London brachte. Heute ist das Werk auf mehrere Institutionen verteilt, doch dank der Digitalisierung wirkt es erstmals wieder wie ein Ganzes.

Die Veröffentlichung im Netz ist nicht nur ein Sieg für die Wissenschaft, sondern auch für die Offenheit des Wissens. Wer möchte, kann nun einen Blick auf eine der wichtigsten Handschriften der Menschheitsgeschichte werfen – eine direkte Verbindung zu den Anfängen des christlichen Glaubens.

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