Was ist Dissoziation bei Borderline?
Bei der Borderline-Persönlichkeitsstörung kann die Seele an ihre Grenzen stoßen – besonders in stressigen oder emotional belastenden Situationen. Ein zentrales Erlebnis dabei ist die sogenannte Dissoziation. Betroffene beschreiben, dass sie sich plötzlich fremd in ihrem eigenen Körper fühlen, als würden sie alles von außen beobachten. Manche sagen, sie hätten das Gefühl, "nicht wirklich da" zu sein, oder als würde die Welt um sie herum verschwimmen.
Diese Reaktion entsteht oft als Schutzmechanismus des Gehirns, wenn die emotionale Anspannung zu groß wird. Die intensive Angst, das Gefühl von Ablehnung oder innere Leere können so überwältigend sein, dass der Körper und Geist „abschalten“, um den Schmerz zu dämpfen. Es ist, als würde sich der Mensch innerlich zurückziehen, um zu überleben.
Dissoziation ist kein bewusstes Verhalten, sondern eine automatische, oft unkontrollierbare Reaktion. Sie kann kurz andauern – zum Beispiel einige Minuten – oder länger, wenn die Belastung anhält. Viele Betroffene bemerken erst später, dass sie „weggetreten“ waren, weil sie sich an Teile des Erlebten nicht erinnern können.
Wichtig ist: Dissoziation ist kein Zeichen von Schwäche, sondern ein Ausdruck tief sitzender emotionaler Verletzungen. Mit der richtigen psychotherapeutischen Unterstützung – etwa durch DBT (dialectische Verhaltenstherapie) – können Menschen lernen, diese Momente zu erkennen, zu regulieren und langfristig weniger häufig zu erleben. Das Ziel ist nicht, die Dissoziation einfach zu unterdrücken, sondern ein stabileres Gefühl des Selbst zu entwickeln – Schritt für Schritt.
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