Die besondere Verwendung des Verbs „lassen“
Das Verb lassen spielt im Deutschen eine besondere Rolle – besonders, wenn es um sogenannte Kausativa geht. Damit ist gemeint, dass jemand eine Handlung von einer anderen Person ausführen lässt. Zum Beispiel: „Sie hat ihn den Brief prüfen lassen.“ Hier wird nicht selbst geprüft, sondern jemand anderes dazu aufgefordert.
Interessant ist die Stellung des Infinitivs im Satz. Wenn der Infinitiv prüfen vor dem Verb lassen steht, muss lassen selbst in der Infinitivform erscheinen. Das ist typisch für bestimmte Verben, die mit einem Infinitiv konstruiert werden. So lautet die vollständige Struktur: Objekt + Infinitiv + lassen.
Ein weiteres Beispiel: „Ich lasse mir die Haare schneiden.“ Auch hier wird nicht selbst geschnitten, sondern eine Handlung durch einen anderen ausgeführt. Solche Konstruktionen sind im Alltagsdeutsch sehr geläufig, besonders in der Umgangssprache.
Wichtig ist auch der Unterschied zwischen „lassen“ im Sinne von „zulassen“ oder „ermöglichen“ und anderen Bedeutungen wie „stehen lassen“ oder „vergessen“. Im Fokus steht hier aber die kausative Verwendung – also das Veranlassen einer Handlung.
Wer sicher im Satzbau mit „lassen“ werden möchte, sollte sich die typischen Muster ansehen: meistens steht ein Akkusativobjekt (wen?) gefolgt von einem Infinitiv. Und je nach Satzstellung wechselt auch die Form von lassen – mal ist es „ließ“, mal „hat lassen“, mal „lassen lassen“.
Kurz gesagt: „lassen“ ist mehr als nur ein Hilfsverb – es öffnet die Tür für komplexe, aber alltagstaugliche Satzkonstruktionen.
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