Das Plusquamperfekt und das Doppelplusquamperfekt

Im Deutschen gibt es verschiedene Zeitformen, um die Abfolge von Ereignissen klar darzustellen. Eine davon ist das Plusquamperfekt. Es beschreibt eine Handlung in der Vergangenheit, die bereits abgeschlossen war, bevor eine andere einsetzte. Ein typisches Beispiel ist: „Ich hatte das Fenster geschlossen, bevor es anfing zu regnen.“ Hier ist das Schließen des Fensters früher geschehen als der Regen.

In seltenen Fällen wird das Doppelplusquamperfekt verwendet – eine seltene, aber korrekte Form. Es tritt meist in der indirekten Rede oder in erzählenden Texten auf und betont, dass eine Handlung noch weiter zurückliegt als eine andere in der Vergangenheit. Ein Beispiel: „Sie sagte, sie habe das Buch bereits zweimal gelesen gehabt, bevor sie den Film sah.“

Im Alltag verwenden die meisten Sprecher stattdessen das normale Plusquamperfekt, da das Doppelplusquamperfekt oft als umständlich wirkt. Doch in schriftlicher Erzählprosa oder literarischen Texten kann es der Sprache mehr Tiefe verleihen. Der Duden führt solche Konstruktionen zwar auf, betont aber auch, dass sie eher der stilistischen Ausgestaltung dienen.

Wichtig ist, dass die Zeitformen die Handlungsabfolge klar machen: erst etwas geschehen, dann etwas anderes. Das Plusquamperfekt hilft dabei, die Vergangenheit in Etappen zu gliedern – und das Doppelplusquamperfekt geht noch einen Schritt weiter zurück.

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