Was bedeutet „Schlag“ in Österreich?

In Österreich ist „Schlag“ mehr als nur ein Wort – es ist eine kulinarische Institution. Gemeint ist damit geschlagenes Obers, also Sahne, die luftig aufgeschlagen wird, bis sie eine cremige, zarte Konsistenz erhält. Wer in Wien ein Stück Apfelstrudel bestellt, bekommt oft die Frage zu hören: „Soll’s a Schlag dazu sein?“ – gemeint ist dann immer frische Schlagsahne.

Der Gebrauch von Schlagobers in der österreichischen Küche hat eine lange Tradition. Bereits im 19. Jahrhundert verwendete die berühmte Kochbuchautorin Katharina Prato in ihren Rezepten den Begriff „Obersschaum“. Sie nutzte ihn als Füllung für Torten oder als edle Garnitur für gefrorene Nachspeisen. Damit legte sie den Grundstein für eine Praxis, die bis heute lebendig ist – vom klassischen Sachertorten-Schlag bis hin zur hausgemachten Kremspitze.

Interessant ist, dass der Begriff „Schlag“ im restlichen deutschsprachigen Raum oft fehlt oder anders verstanden wird. In Deutschland sagt man meist „Schlagsahne“, während Österreicher kurz und bündig von „a Schlag“ sprechen – besonders gern bei Kaffee und Kuchen am Nachmittag. Es ist diese kleine sprachliche Eigenheit, die viel über die Liebe der Österreicher zur süßen Küche verrät.

Heute ist Schlag fester Bestandteil der österreichischen Kaffeehauskultur. Ob auf einem Topfenstrudel, einem Marillenkuchen oder einfach nur als kleiner Genuss neben dem Espresso – Schlag verleiht jedem Dessert das gewisse Etwas. Und wer einmal probiert hat, wie frisch geschlagene Sahne das Geschmackserlebnis veredelt, versteht, warum dieses „Schaumgekröse“ so beliebt ist.

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