Was genau ist eine Suchterkrankung?

Sucht ist weit mehr als eine schlechte Angewohnheit oder ein Mangel an Willenskraft. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert Sucht als einen Zustand periodischer oder chronischer Vergiftung, der durch den wiederholten Gebrauch einer natürlichen oder synthetischen Substanz verursacht wird. Es handelt sich um eine ernstzunehmende Erkrankung, die das zentrale Nervensystem und das Verhalten grundlegend verändert.

Ein entscheidendes Merkmal der Abhängigkeit ist das unbezwingbare Verlangen, das Suchtmittel einzunehmen und es um jeden Preis zu beschaffen. Betroffene verlieren zunehmend die Kontrolle über ihren Konsum. Selbst wenn deutliche körperliche, psychische oder soziale Schäden entstehen, gelingt es ihnen ohne fremde Hilfe kaum, das Muster zu durchbrechen. Im Gehirn verändert der wiederholte Konsum das Belohnungssystem, sodass alltägliche Freuden verblassen und das Mittel zum zentralen Lebensinhalt wird.

Die Anerkennung von Sucht als Krankheit ist entscheidend, um Betroffenen ohne Vorurteile zu begegnen. Professionelle Hilfe, wie Psychotherapie und medizinische Entfremdung, bietet Wege aus dem Teufelskreis und ermöglicht Schritt für Schritt die Rückkehr in ein selbstbestimmtes Leben.

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