Was tun, wenn der Darm plötzlich stillsteht?
Wenn die Verdauung nicht nur träge ist, sondern die Bewegung des Darms vollständig zum Erliegen kommt, sprechen Mediziner von einer Darmlähmung oder einem paralytischen Ileus. In einer solchen Situation stellt der Darm seine Muskeltätigkeit ein, wodurch der Speisebrei nicht mehr weiterbefördert werden kann. Ein solcher Zustand ist ein medizinischer Notfall und erfordert umgehend ärztliche Hilfe.
Überraschenderweise bedeutet ein stillstehender Darm jedoch nicht zwangsläufig, dass sofort operiert werden muss. In den meisten Fällen setzen Ärztinnen und Ärzte zunächst auf eine konservative Behandlung. Das wichtigste Ziel dabei ist es, den entzündeten oder überlasteten Magen-Darm-Trakt gezielt zu entlasten.
Dazu gehört in erster Linie eine strikte Nahrungskarenz: Patientinnen und Patienten dürfen vorübergehend nichts essen, damit sich das Gewebe erholen kann. Um den Druck im Bauchraum zu nehmen und Übelkeit zu lindern, wird angestauter Darminhalt häufig über eine feine Sonde abgesaugt. Da der Körper während dieser Phase keine Nahrung und Flüssigkeit über den normalen Weg aufnehmen kann, werden Flüssigkeit und lebenswichtige Elektrolyte direkt über Infusionen zugeführt.
Unter dieser intensiven Überwachung wartet man darauf, dass die Darmtätigkeit von selbst wieder anspringt. Ergänzend können spezielle Medikamente eingesetzt werden, die die Darmmuskulatur gezielt anregen. Erst wenn diese Maßnahmen keine Besserung bringen oder Komplikationen auftreten, wird ein chirurgischer Eingriff in Betracht gezogen.
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