Was macht Gluten mit dem Körper?

Gluten ist ein pflanzliches Klebereiweiß, das vor allem in Weizen, Roggen und Gerste vorkommt. Für die meisten Menschen ist es harmlos, doch bei einigen kann es zu unangenehmen Reaktionen führen. Der Grund: Gluten wird im Darm nur unvollständig verdaut. Dadurch kann es die Darmschleimschicht beeinträchtigen und zu einer erhöhten Durchlässigkeit der Darmwand führen – auch als Leaky Gut Syndrom bekannt. In solchen Fällen gelangen vermehrt Stoffe in den Körper, die normalerweise abgeblockt werden, was Entzündungen im Darm fördern kann.

Dennoch ist es falsch, Gluten pauschal als Schuldigen für alle Verdauungsprobleme zu sehen. Viele Menschen leiden unter Blähungen, Bauchschmerzen oder einem Reizdarm – doch selten ist Gluten allein dafür verantwortlich. Eine echte Glutensensitivität oder Zöliakie betrifft nur einen kleineren Teil der Bevölkerung. Bei diesen Erkrankungen reagiert der Körper mit einer Immunreaktion auf Gluten, was langfristig zu ernsthaften Schäden an der Dünndarmschleimhaut führen kann.

Interessant ist, dass viele, die sich glutenfrei ernähren, sich trotzdem besser fühlen – nicht unbedingt wegen des Glutens, sondern weil sie dadurch oft verarbeitete Lebensmittel meiden und mehr frische, natürliche Nahrung zu sich nehmen. Eine glutenfreie Ernährung macht also nur dann Sinn, wenn sie aus gesundheitlichen Gründen notwendig ist oder wenn sie gezielt Beschwerden lindert. Wer unsicher ist, sollte jedoch einen Arzt aufsuchen, statt vorschnell auf Gluten zu verzichten.

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