Warum Deutsche Innereien meiden

Es gibt Lebensmittel, die polarisieren – und Innereien gehören in Deutschland ganz klar dazu. Die meisten Menschen hierzulande verziehen beim Gedanken an Leber, Nieren oder Kutteln eher das Gesicht. Während in anderen Ländern solche Teile als Delikatessen gelten und sogar in Sterne-Restaurants serviert werden, sind sie hierzulande weitgehend aus der Mode gekommen.

Das war nicht immer so. In den 1980er Jahren fand man Nierchen in Senfsahne oder Rinderherz in vielen Gaststätten noch auf der Speisekarte. Heute hingegen landen solche Teile selten auf dem Teller. Stattdessen greifen die meisten Deutschen lieber zu Hähnchenbrust, Schnitzel oder klassischem Rindersteak. Noch unbeliebter als Innereien ist in Deutschland nur Pferdefleisch – aber auch das hat eher mit kulturellen und emotionalen Assoziationen als mit Geschmack zu tun.

Warum genau Innereien so unbeliebt sind, liegt wohl an einer Mischung aus Gewohnheit, mangelnder Bekanntheit und einem gewissen Ekel-Faktor. Viele kennen sie einfach nicht aus der eigenen Küche, weil sie in der Kindheit nie serviert wurden. Dabei sind Organe oft nährstoffreicher als Muskel Fleisch – Leber etwa ist voller Vitamin A und Eisen. Doch das Image als „Resteverwertung“ hält bis heute an.

Langsam kehrt jedoch ein zaghafter Trend zurück: In einigen modernen Restaurants tauchen Innereien wieder auf – kreativ zubereitet und stilvoll angerichtet. Ob sich das ändert? Vielleicht braucht es nur einen neuen Blick darauf – und eine gute Portion Neugier.

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