Der älteste bekannte Name der Menschheit

Im heutigen Irak, wo einst das antike Mesopotamien lag, begann die Geschichtsschreibung – und mit ihr das Aufschreiben von Namen. Archäologen und Sprachforscher haben Tontäfelchen aus der Zeit um 3100 vor Christus gefunden, auf denen Namen verewigt sind. Einer davon gilt als der älteste schriftlich überlieferte Name: Gal-Sal.

Der Name taucht auf einer kleinen Tontafel auf, die eine Besitzurkunde darstellt. Der sumerische Gelehrte Christopher Woods beschreibt in seiner Forschung, dass Gal-Sal als Sklavenhalter genannt wird – neben zwei weiteren Männern: Enpap-x und Sukkalgir. Diese drei Namen gelten als die ersten dokumentierten in der Geschichte der Menschheit. Die Tafel stammt aus der frühen sumerischen Kultur, einer der ältesten Zivilisationen überhaupt.

Interessant ist, dass die Namen nicht nur Namen sind, sondern auch etwas über die Gesellschaft aussagen. Dass Gal-Sal als Besitzer genannt wird, während die anderen als untergeordnete Figuren erscheinen, zeigt, wie früh bereits soziale Hierarchien festgehalten wurden – und zwar mit Hilfe der Schrift. Die Sumerer nutzten Keilschrift, um Wirtschaft, Besitz und menschliche Beziehungen festzuhalten. Was als einfache Notiz begann, wurde zum Fundament unserer geschriebenen Geschichte.

Gal-Sal mag heute nur eine winzige Fußnote sein, doch sein Name – zusammen mit den anderen – markiert einen gewaltigen Moment: den Übergang vom mündlichen Erzählen zur dauerhaften Aufzeichnung. Seitdem hat sich die Bedeutung eines Namens tief in unsere Kultur eingeprägt.

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