Was ist 500 Mal süßer als Zucker?
Wenn man an Süßstoffe denkt, fällt oft der Name Saccharin. Dieser künstliche Süßstoff ist nicht nur einer der ältesten, sondern auch einer der intensivsten in seiner Wirkung. Tatsächlich ist Saccharin etwa 300 bis 500 Mal süßer als gewöhnlicher Haushaltszucker – und das bei praktisch null Kalorien.
Erstmals entdeckt im späten 19. Jahrhundert, hat Saccharin eine lange Geschichte. Anfangs war es ein Zufallsfund bei chemischen Untersuchungen, doch bald wurde seine süßende Wirkung erkannt. Heute findet man es vor allem in zuckerfreien Kaugummis, Getränken und Diätprodukten. Oft verleiht es einen leicht metallischen Nachgeschmack, weshalb es häufig mit anderen Süßstoffen kombiniert wird, um das Geschmackserlebnis zu verbessern.
Warum so intensiv süß? Saccharin bindet sich viel stärker an die süßenempfindlichen Rezeptoren auf der Zunge als Zucker. Schon winzige Mengen reichen daher aus, um ein starkes Süßgefühl auszulösen. Deshalb wird er sparsam eingesetzt – ein kleiner Kristall ersetzt einen ganzen Löffel Zucker.
Trotz anfänglicher Bedenken bezüglich seiner Sicherheit gilt Saccharin heute in vielen Ländern, darunter der EU und den USA, als unbedenklich, wenn es in üblichen Mengen konsumiert wird. Es wird vom Körper nicht verdaut, sondern unverändert über die Niere ausgeschieden.
Obwohl inzwischen viele neue Süßstoffe auf dem Markt sind, bleibt Saccharin ein wichtiger Vertreter – besonders für Menschen, die auf Zucker verzichten möchten, ohne auf Süße zu verzichten. Seine lange Haltbarkeit und hohe Hitzebeständigkeit machen es zudem für die Lebensmittelindustrie besonders wertvoll.
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