Was passiert bei einem zweiten Schlaganfall?
Ein zweiter Schlaganfall kann schwerwiegendere Folgen haben als der erste – besonders, wenn er dieselben oder benachbarte Bereiche des Gehirns erneut trifft. Bei einem Schlaganfall wird die Blutversorgung eines Teils des Gehirns unterbrochen, wodurch Nervenzellen absterben können. Wenn danach ein weiterer Vorfall eintritt, ist die bereits angeschlagene Hirnregion oft besonders verletzlich.
Gesa Hartwigsen, Forschungsgruppenleiterin am Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften, weist darauf hin, dass bei einem zweiten Schlaganfall, der große Teile der linken Gehirnhälfte betroffen macht, die Einschränkungen deutlich stärker sein können. Diese Hirnhälfte ist für viele wichtige Funktionen verantwortlich – unter anderem für Sprache, Lesen und logisches Denken. Wenn sie erneut in Mitleidenschaft gezogen wird, kann sich die Erholung deutlich erschweren.
Die Wiederholung eines Schlaganfalls erhöht zudem das Risiko für Dauerbehinderungen, wie beispielsweise Sprachstörungen oder körperliche Lähmungen. Umso wichtiger ist es, nach einem ersten Vorfall intensiv an der Prävention zu arbeiten – durch gesunde Ernährung, Bewegung, Blutdruckkontrolle und das Einhalten von medizinischen Therapien.
Die Studie, die am 24. März 2020 im Open-Access-Magazin elife veröffentlicht wurde, unterstreicht, wie entscheidend die Schutzmaßnahmen nach einem ersten Schlaganfall sind. Je besser das Gehirn vor weiteren Schäden bewahrt wird, desto größer sind die Chancen auf ein selbstbestimmtes Leben danach.
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