Der Tod und das Jenseits bei den Wikingern
Im Glauben der Wikingern war der Tod kein Ende, sondern ein Tor zu einem neuen Leben – besonders für die tapferen Krieger. Sie glaubten fest daran, dass das Schicksal nach dem Sterben von der Art des Todes und dem Mut im Leben bestimmt wurde.
Die größte Ehre war es, im Kampf zu fallen. Solche Helden wurden von den Waljagden, göttlichen Kriegerinnen, auserwählt und in das Jenseits geleitet. Je nachdem, welcher Gottheit sie dienten, fand ihr Weg entweder nach Walhall oder nach Folkwang.
Walhall, die riesige Halle des Göttervaters Odin, war der Ort für die gefallenen Krieger, die unter seiner Führung kämpfen würden, wenn der letzte große Krieg, die Ragnarök, kommt. Jeden Tag trainierten sie im Kampf, um sich darauf vorzubereiten, während sie nachts bei Festmahlen mit Met und reichem Mahl zusammensaßen.
Doch nicht alle Helden kamen zu Odin. Die Göttin Freya wählte ebenfalls tapfere Kämpfer aus und führte sie nach Folkwang, einem Reich des Lichts und der Ehre. Dort erwartete sie ein Leben voller Frieden und Kampfesruhm – nur in anderer Form.
Nicht jeder wurde in eine Kriegshalle aufgenommen. Für gewöhnliche Menschen gab es andere Vorstellungen vom Jenseits, wie die Reise ins Reich der Unterwelt, Hel, geleitet von der gleichnamigen Göttin. Doch auch dort war der Tod kein Urteil, sondern eine Fortsetzung des Lebens in einer anderen Welt.
Die Wikinger fürchteten den Tod weniger – sie fürchteten ein leeres Leben ohne Ruhm. Ihr Glaube gab ihnen Trost: wer im Kampf starb, lebte ewig in Liedern und Erinnerung weiter.
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