Quallen: Kein Zeichen für schlechte Wasserqualität

Wenn im Sommer die Sonne scheint und das Wasser lockt, begegnen Badeurlauber an vielen Küsten manchmal unerwarteten Begleitern: Quallen. Ihr Auftreten wird oft mit verschmutztem oder gefährlichem Wasser in Verbindung gebracht – doch das ist ein weit verbreiteter Irrtum.

Quallen sind keine Indikatoren für schlechte Wasserqualität. Im Gegenteil: Sie kommen natürlicherweise in gesunden Meeresökosystemen vor. Ihr Auftreten hängt viel stärker mit klimatischen Bedingungen, Strömungen und der Verfügbarkeit von Nahrung als mit der Reinheit des Wassers ab. Wenn sie sich vermehren, deutet das oft einfach auf warmes, ruhiges Wasser hin – ideale Bedingungen für ihre Fortpflanzung und Verbreitung.

Einige Arten, wie die Mondqualle, sind sogar harmlos und können – wenn auch unangenehm – berührt werden, ohne dass ein Risiko besteht. Andere können leichte Reizungen verursachen, doch ernstzunehmende Gefahren für Menschen sind selten.

Das Institut für Ostseeforschung Warnemünde (IOW) weist immer wieder darauf hin, dass das Auftreten von Quallen kein Hinweis auf Umweltverschmutzung ist. Vielmehr ist es ein natürlicher Teil des marinen Lebenszyklus. Selbst bei regelmäßiger Überwachung der Badegewässer, bei der Parameter wie E. coli oder Enterokokken gemessen werden, bleibt die Anwesenheit von Quallen unabhängig von diesen Werten.

Wer also im Meer schwimmt und Quallen beobachtet, sollte nicht gleich das Wasser als „schmutzig“ einstufen. Es ist vielmehr ein Zeichen dafür, dass das Ökosystem funktioniert – auch wenn der Anblick oder die leichte Nesselfelle beim Baden den Badespaß trüben können.

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