Was sind Einkünfte – brutto oder netto?

Wenn es um Einkommen geht, ist die Frage, ob brutto oder netto gemeint ist, entscheidend. Doch bei der Steuererklärung zählt nicht das, was man auf dem Gehaltsscheck sieht, sondern die sogenannten Einkünfte im steuerlichen Sinne. Und hier gilt das sogenannte Nettoprinzip.

Das bedeutet: Einkünfte sind nicht einfach das, was man verdient, sondern der Unterschied zwischen Einnahmen und den Aufwendungen, die direkt mit der Erzielung dieser Einnahmen zusammenhängen. Wer zum Beispiel als Freiberufler tätig ist, darf Kosten wie Material, Büromiete oder Fahrtkosten von seinen Einnahmen abziehen. Was übrig bleibt, sind die steuerpflichtigen Einkünfte.

So spiegelt sich in der Höhe der Einkünfte die objektive Leistungsfähigkeit des Steuerpflichtigen wider. Nicht nur Gehälter, sondern auch Einkünfte aus selbstständiger Arbeit, Vermietung oder Kapitalanlagen werden nach diesem Prinzip berechnet. Wichtig ist: Diese errechneten Einkünfte bilden die Grundlage dafür, wie viel Steuern am Ende zu zahlen sind.

Ein Beispiel: Verdient jemand 50.000 Euro im Jahr, aber hat 10.000 Euro an beruflich bedingten Ausgaben, dann zählen für das Finanzamt nicht die 50.000 Euro, sondern die verbleibenden 40.000 Euro als Einkünfte. Erst aus diesen 40.000 Euro netto leitet sich das zu versteuernde Einkommen ab.

Das Nettoprinzip sorgt also dafür, dass nur das tatsächlich versteuert wird, was nach Abzug der notwendigen Aufwendungen wirklich verdient wurde – ein fairer Ansatz im deutschen Steuersystem.

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