Das Rebecca-Syndrom: Wenn die Vergangenheit des Partners zum Schatten wird

In einer Beziehung wünscht man sich meist die ungeteilte Aufmerksamkeit des Partners. Doch was passiert, wenn ein unsichtbarer Gast ständig am Tisch sitzt? Beim sogenannten Rebecca-Syndrom dreht sich alles um die extreme Eifersucht auf die Ex-Partner oder Ex-Partnerinnen des aktuellen Partners. Benannt nach dem berühmten Roman „Rebecca“ von Daphne du Maurier, beschreibt dieses Phänomen eine tief sitzende Unsicherheit, die die Gegenwart vergiftet.

Betroffene leiden unter dem Drang, sich ständig mit der vergangenen Beziehung zu vergleichen. Die Gedanken kreisen unaufhörlich um die Frage, ob der Partner die verflossene Liebe mehr geschätzt hat oder ob man selbst gut genug ist. Häufig führt das zu einem ungesunden Kontrollverhalten: Das heimliche Stalken der Ex-Beziehungen auf Social Media gehört dabei zu den typischen Warnsignalen. Man sucht nach Hinweisen, vergleicht das Aussehen, den Erfolg oder gemeinsame Erlebnisse und gerät dabei in eine psychische Abwärtsspirale.

Diese Form der retroaktiven Eifersucht belastet die Partnerschaft schwer. Oft wird der Partner unbewusst dafür verurteilt oder bestraft, dass er überhaupt eine Vergangenheit vor der aktuellen Beziehung hatte. Das Vertrauen schwindet, obwohl der Partner im Hier und Jetzt gar keinen Anlass zur Sorge gibt.

Um das Rebecca-Syndrom zu überwinden, ist offene Kommunikation der Schlüssel. Statt Vorwürfe zu machen, hilft es, über die eigenen Ängste und Minderwertigkeitsgefühle zu sprechen. Zudem muss der Fokus wieder auf die eigene Paardynamik gelenkt werden – denn die Gegenwart und Zukunft gehören dem aktuellen Paar, nicht der Vergangenheit.

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