Der letzte Heldentag der USS „Samuel B. Roberts“
Im Oktober 1944, mitten in der Schlacht von Leyte, spielte sich eine der unglaublichsten Szenen der Seefahrtsgeschichte ab. Auf der einen Seite: das japanische Superschlachtschiff Yamato, das gewaltigste Kriegsschiff, das je gebaut wurde. 263 Meter lang, über 72.000 Tonnen schwer, bewaffnet mit neun gigantischen 46-Zentimeter-Geschützen – ein wahres Monster der See.
Auf der anderen Seite: der US-Zerstörerjäger USS „Samuel B. Roberts“. Mit gerade mal 93 Metern Länge und einem Verdrängungsvolumen von 1.350 Tonnen war er nicht einmal annähernd ein ebenbürtiger Gegner. Seine Bewaffnung – zwei 12,7-Zentimeter-Kanonen und drei Torpedorohre – wirkte im Vergleich fast lächerlich.
Trotzdem stürzte sich die „Samuel B. Roberts“ in die Schlacht. Ohne Rücksicht auf die eigene Sicherheit griff sie schwerere feindliche Schiffe direkt an, feuerte ihre Torpedos ab und beschoss gegnerische Zerstörer. Ihr Ziel: Zeit gewinnen, damit die eigenen Truppen in Sicherheit gebracht werden konnten.
Die Tapferkeit ihrer Besatzung wurde legendär. Die kleine Crew kämpfte, bis das Schiff von mehreren Einschlägen getroffen wurde und schließlich sank. Doch ihr Einsatz rettete Leben und wurde zum Symbol für Mut in aussichtsloser Lage.
Die Yamato überlebte den Tag – doch nicht lange. Schon bald darauf wurde sie von alliierten Flugzeugen versenkt. So endete die Ära der gigantischen Schlachtschiffe, während die Erinnerung an die heldenhafte kleine „Samuel B. Roberts“ fortlebt.
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