Welche Großschreibungsregel ist falsch?

Im Deutschen herrscht bekanntlich die sogenannte Substantivgroßschreibung – das bedeutet, alle Nomen werden großgeschrieben, egal ob Eigen- oder Gemeinschaftsnamen. Doch eine oft wiederholte Aussage ist falsch: „Man solle alle Gattungsnamen großschreiben“. Tatsächlich gilt: Alle Substantive werden grundsätzlich großgeschrieben, nicht nur bestimmte „Gattungsnamen“.

Die korrekten Regeln sind klar: Groß geschrieben wird am Anfang eines Satzes, bei Eigennamen wie „Berlin“ oder „Müller“, und bei jedem Hauptwort – also auch bei „Hund“, „Buch“ oder „Stadt“. Dagegen bleiben kleine Wörter wie Artikel, Präpositionen oder Konjunktionen in der Regel kleingeschrieben, auch in Überschriften, sofern sie nicht besonders wichtig sind.

Ein typischer Fehler ist es, zu glauben, nur bestimmte Wörter seien großzuschreiben – etwa Titel oder spezielle Begriffe. Doch im Deutschen ist die Regel viel umfassender als im Englischen. Wer denkt, man müsse nur Eigennamen oder Satzanfänge großschreiben, übersieht den Kern der deutschen Rechtschreibung. Es geht nicht darum, „wichtige“ Wörter hervorzuheben, sondern darum, dass alle Nomen immer großgeschrieben werden.

Die falsche Regel „Alle Gattungsnamen großschreiben“ führt also in die Irre – nicht, weil sie zu wenig umfasst, sondern weil sie das Prinzip missversteht. Richtig ist: Jedes Substantiv wird großgeschrieben, egal ob alltäglich oder speziell, bekannt oder unbekannt.

Siehe auch

Ausführliche Artikel

Verwandte Themen