Wenn es wie ein Schlaganfall aussieht, aber keiner ist

Manchmal treten plötzlich neurologische Symptome auf – wie eine halbseitige Lähmung, Sprachstörungen oder Sehprobleme – und alarmieren Arzt und Patient gleichermaßen. Doch nicht jede dieser Situationen ist tatsächlich ein Schlaganfall. Es gibt eine Reihe von Erkrankungen, die als sogenannte Stroke Mimics, also „Schlaganfall-Imitatoren“, bekannt sind. Sie täuschen ein klinisches Bild vor, das dem eines echten Hirninfarkts stark ähnelt, haben aber eine ganz andere Ursache.

Zu den häufigsten Auslösern gehören laut Experten unter anderem akute Blutdruckkrisen, die zu vorübergehenden neurologischen Ausfällen führen können. Auch Epilepsieanfälle, insbesondere wenn sie fokal beginnen, oder Stoffwechselstörungen wie eine schwere Unterzuckerung (Hypoglykämie) können ähnliche Symptome hervorrufen. Auch Migräne mit Aura, besonders in seltenen Formen wie der hemiplegischen Migräne, kann fälschlich für einen Schlaganfall gehalten werden. Psychische Ursachen, etwa ein schwerer Panikanfall, sind ebenfalls möglich.

Die richtige Diagnose ist entscheidend: Denn während ein echter Schlaganfall oft Minuten zählt, erfordern Mimics oft eine ganz andere Therapie. Mit bildgebenden Verfahren wie der MRT oder CT, aber auch durch eine genaue Anamnese, kann das medizinische Team die Ursache klären. Prof. Dr. med. betont daher: „Symptome sind wichtig – aber sie allein reichen nicht. Wir müssen genau hinsehen, um nicht falsch zu therapieren.“

Wer also plötzlich merkt, dass etwas nicht stimmt, sollte sofort den Notarzt rufen – egal ob Schlaganfall oder Mimic. Die Sicherheit geht vor.

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