Der Kräuterstrauß zu Mariä Himmelfahrt

Am 15. August feiern viele Regionen in Deutschland und Österreich das Fest Mariä Himmelfahrt – ein Tag, der tief in der bäuerlichen Tradition verwurzelt ist. Eine besondere Brauchtumsgestaltung ist das Binden des Kräuterstraußes, der an diesem Tag gesegnet wird. Schon Wochen vorher sammeln Menschen frische Pflanzen aus Wiesen, Feldrändern und Waldrändern, um daraus einen bunten, duftenden Strauß zu flechten.

Zu den wichtigsten Kräutern gehören Königskerze, Schafgarbe, Wermut und Beifuß. Diese Pflanzen galten schon im Volksglauben als besonders schützend und heilkräftig. Dazu kommen oft Ringelblume, die für ihre wundheilenden Eigenschaften bekannt ist, sowie Johanniskraut, das bei niedriger Stimmung hilft. Auch Arnika, Tausendgüldenkraut und Alant finden ihren Platz – letzterer vor allem wegen seines starken Aromas und seiner Wirkung bei Verdauungsbeschwerden.

Nicht nur Kräuter gehören in den Strauß: Symbolisch werden auch Halme von Getreide, etwa Weizen oder Roggen, eingeflochten – ein Zeichen für die Dankbarkeit zur Erntezeit. Klee steht für Glück, Wegwarte für Treue und Hoffnung. Lein wurde früher wegen seiner heilenden Samen und seines Nutzens für die Textilherstellung mitgebunden.

Der gesegnete Kräuterstrauß wird oft zu Hause über dem Bett oder am Herd aufgehängt, um Schutz vor Unheil, Krankheit und schlechtem Wetter zu bringen. Manche nutzen die getrockneten Pflanzen später auch als Tee oder Hausmittel. So verbindet sich an Mariä Himmelfahrt altes Wissen mit Glauben, Naturverbundenheit und Jahreszeit. Ein Brauch, der bis heute lebendig bleibt.

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