Was ist uns insgesamt von Geburt an mitgegeben?

Ob wir zögerlich sind oder mutig, schüchtern oder kontaktfreudig – manche Persönlichkeitsmerkmale scheinen bereits von Beginn an präsent zu sein. Dabei geht es nicht um komplette Charaktereigenschaften im herkömmlichen Sinne, sondern um grundlegende Verhaltensweisen, die als angeboren gelten. Dazu gehören bestimmte Instinkte und Reflexe, die jedes Neugeborene besitzt.

Ein Beispiel ist der Lidschlag-Reflex: Wenn etwas schnell auf das Auge zukommt, blinzeln wir automatisch – ohne nachzudenken. Dieser Schutzmechanismus ist angeboren und sorgt dafür, dass das Auge vor Verletzungen bewahrt bleibt. Auch die emotionale Mimik scheint tief in uns verankert zu sein. Babys zeigen schon wenige Tage nach der Geburt Ausdrücke, die Wut, Trauer, Freude oder Verlegenheit signalisieren können, obwohl sie diese noch nicht gelernt haben.

Lächeln etwa ist kein Verhalten, das erst mühsam erlernt wird. Schon Neugeborene lächeln – manchmal im Schlaf, manchmal in Reaktion auf eine sanfte Stimme. Diese mimischen Regungen sind universell und finden sich unabhängig von Kultur oder Erziehung. Sie deuten darauf hin, dass bestimmte emotionale Ausdrucksformen fest in unserem biologischen Programm verankert sind.

Doch angeborene Merkmale sind nur ein Teil des Puzzles. Im Laufe des Lebens formt sich der Charakter durch Erfahrungen, Beziehungen und Lernen. Die Interaktion zwischen Veranlagung und Umwelt prägt, wer wir sind. Die ersten Bausteine – wie Reflexe und emotionale Signale – sind jedoch von Anfang an da, still und doch so aussagekräftig. Sie zeigen: Nicht alles, was wir tun, wird gelernt. Manches ist einfach schon da.

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