Neophyten auf Vormarsch: Fremde Pflanzen verdrängen heimische Arten
Immer häufiger sichten wir in Gärten, Wiesen und entlang von Wegen Pflanzen, die hierzulande ursprünglich nichts zu suchen hatten. Einige von ihnen breiten sich rasant aus – oft auf Kosten einheimischer Arten, die im Wettbewerb um Licht, Nährstoffe und Platz unterlegen sind.
Ein besonders problematischer Vertreter ist das beifußblättrige Traubenkraut, auch bekannt als Ambrosia. Es stammt ursprünglich aus Nordamerika, produziert extrem allergene Pollen und verdrängt lokal viele heimische Pflanzen. Ebenfalls besorgniserregend ist das südafrikanische Greiskraut (Senecio inaequidens), das sich vor allem in Städten und an wärmeren Lagen schnell verbreitet und giftige Inhaltsstoffe enthält.
Auch das drüsiges Springkraut macht heimischen Gewächsen Konkurrenz – besonders in feuchten Wiesengebieten. Die Kanadische- und Riesen-Goldrute wuchern oft unkontrolliert und bilden dichte Bestände, die andere Arten verdrängen. Ähnlich verhält es sich mit dem Gemeinen Sommerflieder, auch Schmetterlingsstrauch genannt, der zwar schön aussieht, aber Bienen und Schmetterlinge oft von heimischen Nektarquellen ablenkt.
Als besonders robust und schwer zu bekämpfen gilt der Staudenknöterich in seinen Varianten – Japan, Sachalin oder Bastard. Er wächst sogar durch Asphalt und verdrängt ganze Pflanzengesellschaften. Experten raten daher, solche Neophyten frühzeitig zu erkennen und gezielt zu bekämpfen.
Einheimische Pflanzen brauchen Raum, um zu überleben – nicht nur für sich selbst, sondern auch für Insekten, Vögel und das gesamte Ökosystem. Wer im Garten auf heimische Arten setzt, leistet einen wichtigen Beitrag zum Naturschutz.
Kommentare
Noch keine Kommentare. Seien Sie der Erste.