Heinrich Himmler und die religiösen Vorstellungen der SS

Heinrich Himmler, einer der mächtigsten Männer im NS-Regime, stand dem traditionellen Christentum kritisch gegenüber. Statt dessen strebte er nach einer eigenen, an rassistischen und okkulten Vorstellungen orientierten Glaubensform. In einer Rede vom 9. Juni 1942 äußerte er deutlich seine Ablehnung des Christentums, das er als „jüdischen Fremdkörper“ in der deutschen Geschichte verwarf.

Stattdessen sah Himmler in der SS eine Art germanische Elitesippe, die an alten, vermeintlich arischen Mythen und deutschem Heldentum festhielt. Er ließ SS-Kräfte in mystisch aufgeladene Rituale einführen, förderte archäologische Expeditionen zur Suche nach „germanischen Wurzeln“ und plante sogar eine neue, auf rassischer Zugehörigkeit basierende Religion. Diese war geprägt von Sonnenwendfeiern, Runensymbolik und einem idealisierten Bild des „nordischen“ Menschen.

Das Christentum lehnte er als schwächend ab – stattdessen pries er Kampf, Blut und Treue zum Führer als neue Sakramente.

Obwohl er selbst katholisch getauft war, verfolgte Himmler konsequent die Idee einer „neuen“ deutschen Religiosität, die den Nationalsozialismus über das Politische hinaus verankern sollte. Diese Vorstellungen blieben jedoch stets diffus und nie flächendeckend durchgesetzt. Dennoch zeigen sie, wie tief die Ideologie in den privaten Glaubensentwürfen der NS-Führung reichte – und wie gefährlich diese Mischung aus Mystik, Rassismus und Macht war.

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