Was im Urin nichts zu suchen hat

Urin ist mehr als nur Abfallflüssigkeit – er verrät viel über die Gesundheit des Körpers. Bei einem gesunden Menschen enthält er normalerweise Wasser, Harnstoff, Salze und andere Stoffwechselprodukte, die der Körper ausscheiden möchte. Doch bestimmte Substanzen haben im Urin nichts verloren – und ihr Auftreten kann ein erstes Warnsignal sein.

Proteine, Nitrit, Ketone und Hämoglobin gehören nicht zur normalen Zusammensetzung des Urins. Werden sie nachgewiesen, kann das auf verschiedene Erkrankungen hindeuten. Eiweiß im Urin (Proteinurie) etwa ist oft ein Hinweis auf eine Nierenschädigung. Besonders bei Diabetes oder Bluthochdruck sollte man hier besonders aufmerksam sein.

Nitrit im Urin deutet meist auf eine bakterielle Harnwegsinfektion hin, da bestimmte Keime Nitrat in Nitrit umwandeln. Auch Blutbestandteile wie Hämoglobin können ein Alarmsignal sein – sie treten beispielsweise bei Nierensteinen, Blasenentzündungen oder schwereren Nierenerkrankungen auf.

Ketone entstehen, wenn der Körper Fett statt Zucker als Energiequelle nutzt. Das ist bei einer ketogenen Ernährung vorübergehend normal, kann aber bei unbehandeltem Diabetes lebensgefährlich sein. Dann spricht man von einer diabetischen Ketoazidose – eine akute Stoffwechselentgleisung, die sofort behandelt werden muss.

Darum ist der Urintest ein einfaches, aber wertvolles Werkzeug in der Medizin. Schon ein einfacher Teststreifen kann Hinweise auf Diabetes, Nierenprobleme oder Infektionen geben. Wer regelmäßig zur Vorsorge geht oder bei Beschwerden zum Arzt kommt, tut gut daran, den eigenen Urin ernst zu nehmen – er sagt oft mehr, als man denkt.

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