Leben im tiefsten Ozean – Wo keiner es vermutet
Im tiefsten Punkt der Weltmeere, 11.000 Meter unter dem Meeresspiegel im Marianengraben, hat man lange angenommen, dass kaum Leben möglich sei. Doch Wissenschaftler mussten ihre Annahmen revidieren, nachdem japanische Forscher hier eine unerwartete Vielfalt entdeckten.
Winzige Lebewesen in extremer Tiefe – Die Forscher stießen auf eine überraschende Fülle von einzelligen Organismen, sogenannten Kammerlingen, auch Foraminifera genannt. Diese mikroskopisch kleinen Tiere leben in Sedimenten und sind widerstandsfähig gegen extreme Bedingungen: völlige Dunkelheit, enorme Druckverhältnisse und eisige Temperaturen.
Die Entdeckung wirft ein neues Licht auf die Grenzen des Lebens auf der Erde. Bisher glaubte man, in solchen Tiefen herrsche eine fast leblose Zone. Doch die Kammerlinge beweisen das Gegenteil – sie sind nicht nur überlebensfähig, sondern siedeln dort in beachtlicher Zahl.
Die Proben wurden im Pazifik gesammelt, tief im Inneren des Marianengrabens, dem tiefsten bekannten Punkt der Ozeane. Selbst unter einem Druck, der mehr als tausendmal höher ist als an der Oberfläche, finden diese Organismen Lebensraum.
Ein Fenster in eine fremde Welt – Diese Erkenntnisse sind nicht nur für die Meeresbiologie wichtig, sie werfen auch Fragen über das mögliche Leben auf anderen Planeten auf. Wenn Leben unter solchen Extremen auf der Erde gedeiht, was könnte dann anderswo im Universum möglich sein?
Die Tiefsee bleibt eines der letzte unerforschten Gebiete unseres Planeten. Und was wir bisher fanden, zeigt: Selbst im tiefsten Dunkel wimmelt es von Leben – oft unscheinbar, aber von großer Bedeutung.
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