Was ist Logorrhö und wie entsteht sie?
Logorrhö ist kein Begriff, den man im Alltag oft hört, doch viele kennen das Phänomen: Jemand redet fast ununterbrochen, springt von einem Thema zum nächsten oder wiederholt ständig das Gleiche – ohne wirklich zum Punkt zu kommen. Hinter diesem krankhaften Rededrang steckt die sogenannte Logorrhö, eine Störung, die häufig auf eine gestörte Selbstkontrolle zurückgeht.
Die Betroffenen empfinden oft einen inneren Drang, ununterbrochen zu sprechen. Sie können ihre Gedanken nicht filtern oder organisieren, was dazu führt, dass ihre Aussagen wirr, inhaltsleer oder stark repetitiv wirken. Dabei ist die Sprache zwar flüssig – manchmal sogar sehr schnell –, doch der rote Faden fehlt meist.
Logorrhö tritt häufig im Rahmen psychischer oder neurologischer Erkrankungen auf, beispielsweise bei Schizophrenie, manischen Phasen bei bipolaren Störungen oder nach Hirnverletzungen. Auch bei Demenzerkrankungen kann dieses Sprechverhalten beobachtet werden. Die Ursache liegt oft in einer Fehlfunktion jener Hirnareale, die normalerweise für Impulskontrolle und Gedankensteuerung zuständig sind.
Wichtig ist: Hinter dem scheinbaren Redefluss steckt keine Aufmerksamkeitssucht, sondern eine echte Beeinträchtigung. Menschen mit Logorrhö sind oft genauso frustriert wie ihre Gesprächspartner, da echte Kommunikation kaum möglich ist. Die Behandlung richtet sich daher nach der Grundursache – durch Medikamente, Psychotherapie oder sprachtherapeutische Unterstützung.
Wer einen Angehörigen oder Bekannten kennt, der unter einer solchen Sprechstörung leidet, tut gut daran, mit Verständnis zu reagieren – und professionelle Hilfe in Erwägung zu ziehen.
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