Welche Viren können ME/CFS auslösen?

Myalgische Enzephalomyelitis (ME), auch bekannt als Chronisches Müdigkeitssyndrom (CFS), kann nach einer Infektion entstehen – besonders bei bestimmten Viren. Bekannte Auslöser sind unter anderem das Epstein-Barr-Virus, das häufige Erkältungen oder Mononukleose verursacht. Auch Influenza-Viren (Grippe) sowie tropische Erreger wie das Dengue-Virus stehen im Verdacht, ME/CFS zu triggern.

Interessant ist die Beobachtung nach der SARS-Pandemie 2002 und 2003: Bei vielen Genesenen zeigten sich langanhaltende Symptome wie Erschöpfung, Konzentrationsprobleme und körperliche Schwäche – Merkmale, die stark an ME/CFS erinnern. Diese Erfahrungen weisen darauf hin, dass schwere virale Infektionen das Risiko für eine solche Erkrankung erhöhen können.

Heute wissen Forschende, dass nicht das Virus selbst dauerhaft im Körper bleibt, sondern dass die Infektion möglicherweise das Immunsystem langfristig aus dem Gleichgewicht bringt. Wie genau das geschieht, ist noch nicht vollständig geklärt, aber die Hinweise verdichten sich. Besonders nach viralen Infekten scheint eine Untergruppe von Betroffenen eine dauerhafte Fehlregulation des Immunsystems zu entwickeln – mit gravierenden Folgen für die Lebensqualität.

Obwohl ME/CFS noch immer unterschätzt wird, gewinnt das Thema mehr Aufmerksamkeit – nicht zuletzt wegen der langen Folgen, die auch nach Covid-19 beobachtet werden. Eine frühzeitige Diagnose und ein schonender Umgang mit der Erkrankung sind daher entscheidend.

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