Wann erscheinen Quallen in heimischen Gewässern?

Immer wieder sorgt die plötzliche Sichtung von Quallen in deutschen Badeseen für Verwunderung – manche fürchten sogar, das Wasser sei verschmutzt. Doch das ist ein Trugschluss. Die sogenannte Süßwasserqualle, auch bekannt als Craspedacusta sowerbii, taucht meist nur in besonders warmen Sommern auf.

Warum? Weil diese kleine, durchsichtige Qualle warmes Wasser liebt. Sie entwickelt sich erst, wenn die Wassertemperatur mindestens 25 Grad Celsius beträgt – eine Marke, die oft nur in heißen Jahren erreicht wird. In kühlen oder normalen Sommern bleibt sie unsichtbar und ruht im See, oft als unscheinbare Polypenstufe am Grund.

Ihr Auftreten ist also kein Zeichen für schlechte Wasserqualität, wie oft angenommen wird. Ganz im Gegenteil: Quallen brauchen klare, sauerstoffreiche Gewässer, um zu gedeihen. Sie sind sogar eher ein Indikator für gesunde Seen – zumindest unter den gegebenen klimatischen Bedingungen.

Der NABU Baden weist darauf hin, dass die Süßwasserqualle harmlos ist. Sie sticht nicht wie ihre Meeresverwandten, sondern ist für Mensch und Tier ungefährlich. Dennoch sollte man sie nicht anfassen, um das empfindliche Ökosystem nicht zu stören.

Mit dem Klimawandel und immer häufigeren Hitzesommern könnte die Süßwasserqualle allerdings künftig öfter zu sehen sein – ein Zeichen dafür, wie sich unsere Natur langsam verändert. Wer im See glasklare, tellerförmige Wesen schwimmen sieht, muss also keine Angst haben: Es ist nur die Natur, die sich anpasst.

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