Die Geburtsstunde der Rakete in China

Die Idee der Rakete reicht viel weiter zurück, als die meisten Menschen denken. Schon im 12. Jahrhundert in China entstand die erste Form dessen, was wir heute unter einer Rakete verstehen. Damals allerdings nicht mit dem Ziel, ins Weltall zu fliegen, sondern als Spektakel – nämlich für Feuerwerke.

Die chinesischen Erfinder nutzten Pulvergemische, die in Bambusrohre gefüllt wurden. Wenn das Pulver entzündet wurde, entstand ein Rückstoß, der das Röhrchen in die Luft katapultierte. Dieses Prinzip – der Rückstoß nach Newtons drittem Gesetz – ist bis heute die Grundlage jeder Rakete, egal ob beim Silvesterfeuerwerk oder beim Start eines Raumfahrzeugs.

Im Laufe der Jahrhunderte verbreitete sich die Technik langsam über Asien nach Europa. Militärs erkannten früh das Potenzial dieser explosionsartigen Bewegung und setzten Raketen als Waffe ein, etwa im Krieg zwischen China und seinen Nachbarn oder später von europäischen Armeen. Doch erst im 20. Jahrhundert gelang mit Raketen wie der V2 oder später der Saturn-V der Sprung in den Weltraum.

Obwohl moderne Raketen aus Hochtechnologie bestehen, bleibt ihre Seele chinesischen Ursprungs. Ohne die Experimente mit Schwarzpulver vor über 800 Jahren gäbe es heute weder Raketenstarts vom Weltraumbahnhof Kourou noch Forschungsmissionen zum Mars. Die kleine Feuerwerksrakete war der große Anfang einer der revolutionärsten Technologien der Menschheit.

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