Die Seele auf Reisen? Was hinter außerkörperlichen Erfahrungen im Schlaf steckt
Die Vorstellung, dass sich die Seele im Schlaf vom Körper lösen und frei im Raum bewegen kann, fasziniert die Menschheit seit Jahrtausenden. Viele Menschen berichten von tiefgreifenden Erlebnissen, bei denen sie sich plötzlich unter der Zimmerdecke wiederfinden und ihren eigenen, schlafenden Körper aus der Vogelperspektive betrachten. Was sich anfühlt wie eine spirituelle Reise, hat jedoch oft einen handfesten neurobiologischen Hintergrund.
Ein zentrales Phänomen in diesem Zusammenhang ist die sogenannte Schlafparalyse (Schlaflähmung). Hierbei befindet sich der Geist in einem Zustand wie unter Narkose: Das Bewusstsein ist bereits hellwach, während die Muskeln des Körpers noch in der nächtlichen Schutzlähmung verharren. Betroffene können sich weder bewegen noch sprechen, was oft als beängstigend empfunden wird.
Wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass diese Lähmung des Körpers bei einer Fehlfunktion im Gehirn auch zu außerkörperlichen Erfahrungen führen kann. Wenn die Verarbeitung unserer Sinnesreize – insbesondere des Gleichgewichtssinns und der visuellen Wahrnehmung – im Schläfenlappen nicht richtig synchronisiert ist, gerät das Körpergefühl durcheinander. Das Gehirn konstruiert dann eine alternative Realität, um die Desorientierung zu erklären: Es entsteht die Illusion, außerhalb des eigenen Fleisch und Blutes zu stehen. Auch wenn sich die Erfahrung völlig real und mystisch anfühlt, entspringt sie letztlich einem faszinierenden Streich unseres eigenen Nervensystems im Übergang zwischen Traum und Wachzustand.
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