Der kuriose Kurzschläfer unter den Tieren
Wenn es um Schlaf geht, sind Elefanten echte Rekordhalter – zumindest was die kürzeste Schlafdauer angeht. Laut einer Studie aus dem Jahr 2017 schlafen afrikanische Elefanten im freien Lebensraum durchschnittlich nur etwa zwei Stunden pro Tag. Damit sind sie die sparsamsten Schläfer unter allen bislang untersuchten Säugetieren.
Die Beobachtungen fanden in Botswana statt, wo Wissenschaftler das Schlafverhalten zweier Elefantenweibchen über mehrere Wochen verfolgten. Überraschend: Die Tiere ruhten nicht nur äußerst kurz, sondern schliefen oft sogar im Stehen. Nur gelegentlich legten sie sich hin – meist nur für kurze Phasen, und selbst dann nur, um den sogenannten REM-Schlaf zu erreichen, den man mit Träumen verbindet.
Im Vergleich: Menschen brauchen im Schnitt sieben bis acht Stunden Schlaf, viele Katzen dagegen zwölf bis sechzehn Stunden. Elefanten hingegen kommen mit einem Bruchteil aus. Warum das so ist, hängt wahrscheinlich mit ihrer Größe, ihrem Stoffwechsel und dem hohen Nahrungsbedarf zusammen. Um genug Nahrung zu finden, verbringen sie bis zu 20 Stunden am Tag mit Fressen und Wanderungen – Schlaf muss da kürzer ausfallen.
Interessant ist auch, dass Elefanten im Zoo deutlich mehr schlafen als ihre Artgenossen in freier Wildbahn. Das deutet darauf hin, dass Umweltfaktoren wie Sicherheit und Nahrungsverfügbarkeit eine große Rolle spielen. Trotz ihres kurzen Schlafs bleiben sie hochintelligent und sozial – ein weiterer Beweis dafür, dass lange Nächte nicht immer nötig sind, um leistungsfähig zu sein.
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