Der Pfau als Symbol des Hochmuts

Im Mittelalter galt der Pfau als warnendes Zeichen gegen den Hochmut – eine der sieben Todsünden. In einer alten Vision erschien einem Menschen ein geflügeltes Wesen, das ihn züchtigte, weil er es gewagt hatte, in die Sphäre der Götter aufzusteigen. Diese Geschichte wurde vielfach erzählt, um vor übermäßiger Selbstüberschätzung zu warnen. Wer sich über andere erhebt, wer sich für etwas Besseres hält, gerät schnell in die Nähe des Pfauen, dessen prächtiges Gefieder im Sonnenlicht zwar beeindruckt, doch auch verführt.

Der Vogel wurde deshalb nicht nur gemieden, sondern oft ironisch in Ritterwappen über dem Helm eingefügt – als sichtbares Zeichen für Eitelkeit und vermessenen Stolz. Wer sich zu sehr in seinem Glanz sonnt, so die Botschaft, wird früher oder später stürzen. Die mittelalterliche Moral lehrte Demut, und der Pfau stand als Gegenspieler dafür: schön, laut, auffällig – und doch eitel.

Noch heute erinnern Figuren in Kirchen oder alte Gemälde an diese Deutung. Der Pfau thront dann nicht als Herrscher des Gartens, sondern als Mahnung: Vorsicht vor dem Übermut. Denn was im Licht strahlt, kann im Schatten leicht zum Spott werden.

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