Warum unsichere Menschen häufiger auf WhatsApp sind
Wer sich im Alltag unsicher fühlt, sucht oft nach Möglichkeiten, sich verstanden und verbunden zu fühlen. Eine Studie der Hochschule Fresenius in Düsseldorf aus dem Jahr 2017 legt nahe, dass genau diese Suche eine Rolle spielt, wenn es um die Nutzung von WhatsApp geht. Personen mit geringem Selbstbewusstsein nutzen die App deutlich häufiger als Menschen, die mit sich und ihrer sozialen Rolle im Reinen sind.
Das liegt nicht unbedingt daran, dass sie mehr Freunde hätten – vielmehr dient die ständige Kommunikation oft als emotionale Stütze. Über Nachrichten, Gruppenchats oder Status-Updates holen sie sich Bestätigung, bleiben im Gespräch und verringern so das Gefühl, ausgegrenzt zu sein. Jede Antwort, jedes „Gelesen“ und jedes Herz-Emoji kann kurzfristig ein wärmendes Gefühl der Zugehörigkeit vermitteln.
Im Gegensatz dazu sind selbstsichere Menschen oft weniger abhängig von dieser externen Bestätigung. Sie fühlen sich auch ohne ständigen Austausch sozial verbunden und nutzen WhatsApp gezielter – eher zum Informationsaustausch, weniger aus Unsicherheit.
Das bedeutet nicht, dass häufige WhatsApp-Nutzung automatisch auf geringes Selbstvertrauen hindeutet. Doch die Studie zeigt einen bemerkenswerten Zusammenhang: Je unsicherer wir uns fühlen, desto mehr greifen wir zu digitalen Wegen der Anerkennung. Und WhatsApp ist dafür mit seiner ständigen Verfügbarkeit ein idealer Kanal. Die Herausforderung bleibt: Lernen, sich auch offline wohlzufühlen – ohne ständig aufs Handy schauen zu müssen.
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