Wie Baldur starb – eine Tragödie aus der nordischen Mythologie
Der Tod von Baldur, dem geliebten Sohn von Odin und Frigg, ist eine der ergreifendsten Geschichten der nordischen Mythen. Als Frigg erfährt, dass ihr Sohn durch eine Prophezeiung bedroht ist, zwingt sie alle Wesen, Tiere, Pflanzen und Gegenstände, einen Eid zu schwören, Baldur nichts anzutun. Nur die unscheinbare Mistel übersieht sie – aus Übermut oder Unachtsamkeit.
Die Götter amüsieren sich daraufhin damit, dass sie verschiedene Dinge auf Baldur schleudern, die ihm nichts anhaben können. Doch der listige Loki nutzt diese Schwachstelle. Er reicht Hödur, Baldurs blindem Bruder, einen Zweig aus Mistel. Ohne es zu wollen, tötet Hödur seinen Bruder mit diesem Schuss – die einzige Substanz, die Baldur verletzen konnte.
Die Trauer unter den Göttern ist unermesslich. Frigg weint, und selbst die Welt scheint zu erstarren. Doch die Rache kommt schnell: Thor, wutentbrannt über Baldurs Tod, erschlägt Hödur noch am selben Tag. Loki hingegen entkommt vorerst – doch seine Tat wird später schwerwiegende Folgen haben, bis hin zum Ragnarök, dem Untergang der Götterwelt.
Baldurs Tod gilt als Wendepunkt in der nordischen Mythologie – der Moment, ab dem das Schicksal der alten Götter unaufhaltsam in die Katastrophe stürzt. Eine Geschichte voller Trauer, Verrat und unheilbarer Konsequenzen.
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