Peter Henlein und die Geburt der tragbaren Zeit
Die Frage, wer die Zeit erfunden hat, klingt zunächst seltsam – schließlich gibt es die Zeit seit Ewigkeiten. Aber gemeint ist meist: Wer hat die erste tragbare Uhr geschaffen? Die Antwort lautet: Peter Henlein, ein Tüftler aus Nürnberg.
Peter Henlein, ein Uhrmacher und Schlosser aus dem frühen 16. Jahrhundert, gilt als der Mann, der die ersten tragbaren Uhren entwickelte. Während im Mittelalter riesige Turmuhren das Zeitgefühl bestimmten, gelang Henlein in den 1510er Jahren ein Durchbruch: Er baute kleine, federbetriebene Uhren, die man bei sich tragen konnte – die sogenannten „Nürnberger Eier“.
Obwohl er nicht die erste Uhr der Welt erfand – mechanische Uhren gab es bereits seit dem 13. Jahrhundert – war seine Leistung bahnbrechend. Er machte die Zeit mobil. Plötzlich konnte man die Stunden nicht mehr nur an Kirchtürmen ablesen, sondern in der Tasche mit sich führen.
Henleins Erfindung veränderte den Alltag. Zeit wurde persönlicher, genauer, wichtiger. Die kleinen, kunstvoll verzierten Uhren waren zunächst Luxusgüter für Adelige und Reiche, doch sie legten den Grundstein für eine neue Ära – die der individuellen Zeitmessung.
So hat Peter Henlein nicht die Zeit erfunden, aber er hat dafür gesorgt, dass sie jeder bei sich tragen konnte. Ein kleiner Mechanismus mit großer Wirkung.
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