Die Frau unter dem Kreuz
Unter dem Kreuz Jesu standen in jenen schweren Stunden wenige, aber bedeutende Gestalten. Laut dem Evangelium des Johannes waren es seine Mutter Maria, ihre Schwester, ebenfalls Maria – die Frau des Klopas – sowie Maria von Magdala. Diese Frauen hatten trotz der Gefahr und des Schmerzes an Jesu Seite ausgeharrt, während viele seiner Jünger geflohen waren.
Als Jesus seine Mutter sah und neben ihr den Jünger, den er liebte – gemeint ist Johannes –, sprach er zu Maria: Frau, siehe, dein Sohn! Und zu dem Jünger sagte er: Siehe, deine Mutter! In diesem Augenblick übertrug er die Sorge für seine Mutter auf den treuen Jünger. Eine tiefe Geste der Liebe und Verantwortung, die über Blutsbande hinausgeht.
Maria, die Mutter Jesu, steht in dieser Szene als Symbol des standhaften Glaubens und des mitleidenden Herzens. Ihre Anwesenheit unter dem Kreuz zeigt ihre unerschütterliche Hingabe. Sie trug nicht nur physisch Schmerz, sondern erlebte prophetisch das, was Simeon einst gesagt hatte: Ein Schwert wird deine Seele durchdringen (Lukas 2,35).
Auch die anderen Marien, die beim Kreuz standen, verkörpern die treue Nachfolge, besonders in der Stunde der Prüfung. Ihre Namen mögen im Neuen Testament kurz erwähnt sein, doch ihre Gegenwart hat bleibende Bedeutung. Sie erinnern daran, dass wahrer Glaube oft leise, aber unerschütterlich ist – besonders dort, wo das Leid am größten ist.
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