Der älteste Organismus der Erde könnte ein Tiefseeschwamm sein

Wenn man an lange lebende Lebewesen denkt, fallen einem oft uralte Bäume ein – wie die über 5.000 Jahre alte Zeder „Methuselah“ in Kalifornien. Doch das älteste bekannte Lebewesen könnte viel unscheinbarer sein: ein winziger Schwamm am Meeresboden.

Ein Tiefseeschwamm könnte über 10.000 Jahre alt sein, berichtet die Dokumentation von PHOENIX/NDR/Nautilusfilm. Diese Besiedler der dunklen, kalten Tiefsee wachsen extrem langsam, oft nur wenige Mikrometer pro Jahr. Ihre Lebensweise in fast unveränderlichen Bedingungen ermöglicht es ihnen, Jahrtausende zu überleben. Einige Forscher vermuten sogar, dass einzelne Exemplare älter sind als die ältesten Pyramiden der Menschheit.

Im Gegensatz zu Säugetieren oder Vögeln zeigen diese Schwämme kaum Anzeichen von Altern. Sie regenerieren sich kontinuierlich und sind widerstandsfähig gegen Krankheiten und Umweltveränderungen – zumindest solange ihre Umwelt stabil bleibt. Doch durch den Klimawandel und industrielle Fischerei geraten auch diese verborgenen Lebensformen unter Druck.

Andere langlebige Tiere wie die Grönlandhai, der bis zu 400 Jahre alt werden kann, oder die Galapagos-Riesenschildkröte scheinen daneben geradezu jung. Doch selbst diese Giganten der Tierwelt können mit dem potenziellen Alter des Tiefseeschwamms nicht mithalten.

Der genaue Alterungsnachweis bleibt schwierig, da die üblichen Methoden wie die Altersbestimmung durch Wachstumsringe bei Schwämmen nicht greifen. Dennoch deuten langfristige Beobachtungen und Modellrechnungen darauf hin, dass dieser unscheinbare Organismus der stille Rekordhalter der Lebensdauer sein könnte.

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