Wie alt waren die Jünger Jesu wirklich?
Die meisten Menschen stellen sich die Jünger Jesu als reife Männer vor – oft mit Bart und ernstem Gesicht. Doch die geschichtlichen und biblischen Hinweise deuten darauf hin, dass sie vermutlich viel jünger waren, als gemeinhin angenommen.
Matthäus, Petrus oder Johannes waren vermutlich zwischen 15 und 30 Jahren alt, als sie Jesus folgten. Besonders Petrus wird oft als älterer Mann dargestellt, doch selbst er war wahrscheinlich nicht viel über 20, als er seinen Beruf als Fischer aufgab, um Jünger zu werden. Petrus starb um das Jahr 65 n. Chr. in Rom. Wenn er damals etwa 60 Jahre alt war, müsste er schon um die 20 gewesen sein, als er Jesus begegnete – was gut zur damaligen Lebenserwartung passt.
In der Antike war die Lebenserwartung deutlich niedriger als heute. Wer über 50 wurde, galt als alt. Wenn Petus bei Jesu Tod (um 30/33 n. Chr.) bereits über 40 gewesen wäre, hätte er bei seinem eigenen Tod gegen die 80 Jahre alt werden müssen – eine Seltenheit im ersten Jahrhundert. Diese Überlegung spricht dafür, dass die Jünger größtenteils junge Erwachsene oder sogar späte Teenager waren.
Die Jüngerschaft war also eine Angelegenheit der Jugend. Jesus suchte keine etablierten Lehrer oder mächtigen Männer, sondern junge Menschen, die bereit waren, alles für ihn zu verlassen. Ihre Unerfahrenheit war Teil ihres Glaubens: Mutig, impulsiv, voller Fragen – und doch bereit, einer neuen Vision zu folgen.
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