Wenn die Welt zu laut und zu bunt wird: Hochsensibilität bei Kindern
Manche Kinder scheinen die Welt in einem ganz anderen, viel lauteren Ton abzubekommen. Während andere tobend durch den Pausenhof rennen, zieht sich ein hochsensibles Kind vielleicht die Hände über die Ohren, weil das Geschrei und der Lärm in der Klasse unerträglich werden. Diese Kinder nehmen Reize aus ihrer Umwelt nicht nur wahr, sie erleben sie in einer ganz anderen Intensität.
Das zeigt sich oft schon im Alltag bei scheinbaren Kleinigkeiten. Da wird die Wolldecke als kratzend empfunden, das Etikett im Pullover wird zum ständigen Störfaktor, und selbst feinste Stimmungswechsel in der Familie spüren sie sofort. Wo andere einfach weitermachen, sind hochsensible Kinder rasch reizüberflutet. Das führt häufig zu Erschöpfung oder plötzlichen Wutausbrüchen, weil der innere Akku einfach leer ist.
Wichtig ist zu verstehen: Hochsensibilität ist keine Krankheit oder Störung, sondern eine angeborene Wesensart. Diese Kinder haben ein besonders feines Nervensystem. Wenn Eltern lernen, diese feinen Antennen zu erkennen und ihnen bewusst Ruheinseln zu schaffen, blühen sie auf. Ihre hohe Empathie, Kreativität und Beobachtungsgabe sind wunderbare Stärken, sobald sie gelernt haben, mit ihrer intensiven Wahrnehmung umzugehen.
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