Wie wird ein Cortisolmangel behandelt?

Ein Mangel an Cortisol, dem wichtigsten Stresshormon des Körpers, ist kein Zustand, der mit Hausmitteln oder Ernährungsumstellung behoben werden kann. Er entsteht meist durch eine Funktionsstörung der Nebennieren – man spricht dann von einer Nebenniereninsuffizienz. Die häufigste Form ist das sogenannte chronische Erschöpfungssyndrom der Nebennieren, auch bekannt als Addison-Krankheit.

Die Therapie ist klar: Es muss ein Hormonersatz erfolgen. Ärzte setzen dafür in der Regel Hydrocortison ein – ein synthetisches Präparat, das der Wirkung des körpereigenen Cortisols sehr nahekommt. Die Einnahme erfolgt meist morgens und gegebenenfalls mittags, um den natürlichen Rhythmus des Körpers nachzuahmen. Die Dosis wird individuell angepasst, je nach Beschwerden und Laborbefunden.

Wichtig ist, dass Betroffene lernen, mit ihrer Erkrankung im Alltag umzugehen. In Stresssituationen – etwa bei Infekten, Verletzungen oder emotionaler Belastung – benötigt der Körper mehr Cortisol. Dann muss die Dosis unter ärztlicher Anleitung angehoben werden, um eine lebensbedrohliche Nebennierenkrise zu verhindern.

Auch wenn die Therapie lebenslang ist, können Patientinnen und Patienten mit der richtigen Einstellung und regelmäßiger Kontrolle ein weitgehend normales Leben führen. Wichtig ist ein gut informierter Umgang mit der Erkrankung – viele Endokrinologen bieten hierfür spezielle Schulungen an.

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