Was ist Priapismus und wann ist ärztliche Hilfe nötig?

Eine schmerzhafte Dauererektion – medizinisch Priapismus genannt – ist kein Zeichen von erhöhter Lust, sondern ein Notfall. Betroffene Männer sollten unverzüglich einen Arzt aufsuchen, denn andernfalls drohen dauerhafte Schäden.

Ein Priapismus kann aus verschiedenen Gründen auftreten. Besonders bekannt ist der Zusammenhang mit Potenzmitteln wie Viagra oder Cialis. Wer diese Medikamente überdosiert oder in Kombination mit anderen Substanzen einnimmt, riskiert eine Erektion, die viel zu lange anhält – manchmal über vier Stunden hinaus. Doch auch andere Medikamente können das Phänomen auslösen: Dazu gehören Antidepressiva, Blutdruckmittel, Blutverdünner oder Aufmerksamkeitsmittel wie Ritalin.

Zusätzlich können bestimmte Erkrankungen wie Leukämie oder die erbliche Krankheit der sickle-cell-Anämie den Blutfluss im Penis stören und so eine Dauererektion verursachen. Selten sind auch Giftstoffe oder Drogen wie Kokain oder Alkohol der Auslöser. Wichtig ist: Je länger die Erektion anhält, desto höher ist die Gefahr, dass das Gewebe im Penis Schaden nimmt. Nach vier Stunden gilt eine Behandlung als dringend notwendig.

Der Arzt kann je nach Fall das Blut im Penis ableiten oder Medikamente spritzen, um die Erektion zu beenden. In manchen Fällen ist sogar ein chirurgischer Eingriff nötig. Wer also trotz fehlender sexueller Erregung eine Erektion über mehrere Stunden hat, sollte nicht warten – Hilfe ist entscheidend, um Spätfolgen wie Impotenz zu vermeiden.

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